Die lästige Kunduz-Affäre scheint erstmal in der Untersuchungsausschuss-Schublade verschwunden zu sein. Auch wenn hier und da das eine oder andere Detail zutage kommt, die Masse der Menschen hat eh keinen Überblick mehr über das was war, wer was wann wusste etc. pp.
So kann sich zu Guttenberg nun kreativer entfalten und versuchen, seiner Politik einen eigenen Stempel aufzudrücken. Afghanistan bleibt dabei natürlich das Thema seiner Amtszeit und wird es auch in dieser Legislaturperiode bleiben (wenn nicht ein Holländer verhindert, dass jemand ein neues Aufgabengebiet schafft).
So äußert sich der Minister in der FAZ in Bezug auf die Afghanistan-Konferenz:
[...] Der von mir neu entwickelte militärische Teil des Konzeptes enthält einen Strategiewechsel, auch um eine glaubwürdige Abzugsperspektive zu eröffnen. [...]
Sein Konzept biete also (als erstes?) eine Abzugsperspektive. Ein Datum wird es selbstverständlich nicht geben, denn man zeichnet jetzt ersteinmal die Tür, durch die man hinausgehen will.
Auf den Interview-Abschnitt zum Untersuchungsausschuss gehe ich mal nicht ein. Warum spricht eigentlich niemand über das afghanische Drogenproblem. Sicherheit auch durch eine verbesserte Ausbildung herzustellen ist die eine Sache, aber der Opiumanbau wurde doch nicht vollständig gestoppt, oder? In dem Interview wird auch kein Wort über Counterinsurgency oder die afghanischen Milizen verloren. Müssten solche Fragen nicht auch in ein Strategie-Paket eingebunden werden oder hat man solche Fragen schon abgeschrieben?
Besteht zu Guttenbergs Afghanistan-Konzept ausschließlich aus Ausbildungsverbesserungen?
Aber lest selbst: Verteidigungsminister zu Guttenberg im FAZ-Interview